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Für Eltern

Informationen für Eltern

Als ich mich mit Anfang 20 geoutet habe, habe ich zuerst mit meiner Patentante darüber gesprochen. Und die hat mich dann bei meiner Mutter geoutet. Meine Mutter war dann ein wenig geknickt, weil ich es ihr nicht selber gesagt habe und sie hat mich gefragt, warum ich es ihr nicht selber gesagt habe. Meine Antwort: Ich hatte Angst vor ihrer Reaktion. Meine Mutter hat angefangen zu lachen und hat mich gefragt, ob sie jemals den Eindruck gemacht hätte, Intolerant oder so streng zu sein. Nein! Hat sie nicht! Aber dennoch hatte ich Angst! Aber auch wenn sie es tolerierte, so hat sie es lange Zeit nicht wirklich akzeptiert und bis zu meiner Brust-OP war sie der Meinung, dass ich einen Riesenfehler mache. Als ich im Krankenhaus nach der OP wieder aufgewacht bin, standen meine Eltern am Bett und meine Mutter fragte mich "Und? Bist du nun glücklich?" Ich sah an mir runter, fühlte die flache Brust und habe nur gegrinst. Das war meiner Mutter Antwort genug!Für Eltern ist es natürlich auch oftmals nicht so einfach, sich damit abzufinden, ein transsexuelles Kind zu haben. Die Reaktionen der Eltern sind recht unterschiedlich. Von Toleranz und Akzeptanz über Blockieren und Unverständnis bis zum Rauswurf des eigenen Kindes. Es gibt leider kein Patentrezept, wie man sich richtig verhält. Den Rauswurf halte ich allerdings in jedem Fall für übertrieben. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Kind nichts dafür kann, dass es transsexuell ist! Wenn Ihr Kind Ihnen beichtet, dass es Trans ist, dann hat es sehr viel Kraft und Mut gekostet, Ihnen das zu gestehen! Und Ihr Kind hat vor dieser Beichte bereits Höllenqualen gelitten! Denn es kostet bereits verdammt viel Kraft, sich selbst einzugestehen, dass man Trans ist. Und es kostet noch viel mehr Kraft es den Menschen zu gestehen, die man liebt. Bevor Ihr Kind zu Ihnen kam und Ihnen gesagt hat, dass es transsexuell ist, hat es ganz sicher unzähliche Male versucht, es Ihnen zu sagen und ebenso unzählige Male hat es sich dann doch nicht getraut.Denken Sie mal zurück und überlegen Sie mal genau, ob Ihr Kind vielleicht mehrmals vor Ihnen stand und sie den Eindruck hatten, dass ihm etwas auf der Seele brennt aber es dennoch nichts gesagt hat.Genauso wie Ihr Kind keinen Einfluss auf seine Körpergröße, Haarfarbe, Augenfarbe, IQ, etc. hat, hat es einen Einfluss darauf, transsexuell zu sein. Die Ursache für Transsexualität ist nach wie vor unbekannt. Es bringt Ihnen also nichts, wenn Sie Ihr Kind zu einem Psychologen schleifen in der Hoffnung, dass er Ihr Kind wieder "normal" macht. Auch ein Exorzist wird Ihnen kaum helfen, den "Teufel" aus Ihrem Kind zu treiben. Und auch ein katholisches Internat bringt nichts, wenn Ihr Kind wirklich im falschen Körper steckt.Genauso falsch wäre es, zum nächsten Arzt zu rennen, der Ihrem Kind Hormonblocker verabreicht, damit die körpereigene Pubertät gestoppt oder verhindert wird. Sollte es sich nur um eine Phase handeln, dann wäre dieser Schritt fatal!Sie können eigentlich nur eines machen, wenn Sie Ihrem Kind helfen wollen:Hören Sie ihm zu! Es wird Ihnen verdammt viel zu sagen haben, wenn Sie es nur lassen! Sie können natürlich auch Fragen stellen, aber versuchen Sie nicht, ihm dieses Gefühl auszureden! Wenn Ihr Kind noch sehr jung ist oder gerade am Anfang der Pubertät, dann besteht natürlich die Möglichkeit, dass es nur eine Phase ist. Dann brauchen Sie sich ohnehin keine grossen Gedanken zu machen. In diesem Fall hilft nur die Zeit. Wenn Sie aber Ihrem Kind dieses Gefühl ausreden wollen, dann könnten Sie das genaue Gegenteil bewirken. Nämlich, dass sich Ihr Kind in der Sache verrennt.Stellen Sie gezielte Fragen, wie z.B. - Seit wann dieses Gefühl da ist.- Woher es die Informationen zu diesem Thema hat.- Ob es sich schon jemand anderem anvertraut hat.- Wie und wo es sich in ein paar Jahren sieht.- Ob es sich schon einen Namen ausgedacht hat.- Ob es sich darüber im Klaren ist, dass es kein leichter Weg sein wird.etc....Zeigen Sie Interesse an dem Thema! Und wenn Sie den Eindruck haben, dass es Ihrem Kind wirklich ernst ist, dann suchen Sie einen Psychotherapeuten der sich mit dem Thema auskennt. Es gibt auch Kinder - und Jugentherapeuten, die auf das Thema Transsexualität spezialisiert sind.Suchen Sie selbst sich im Internet ein Forum, in dem Sie sich mit anderen Eltern austauschen können (.z.B. Trans-Eltern ). Auch bei der dgti können Sie sich Informationen und Rat einholen.Sollte Ihr Kind noch in keinem Forum angemeldet sein, so wäre es ratsam, wenn es das macht.Der Austausch mit Gleichgesinnten kann Ihrem Kind helfen, den Weg zu bestehen. Ich halte es auch für wichtig, dass Sie nicht im gleichen Forum angemeldet sind, wie Ihr Kind. Sollte Ihr Kind mal ein Problem oder Fragen haben, über das/die es nicht mit Ihnen sprechen möchte, ist es besser, wenn Ihr Kind in einem eigenen Forum ist und unbefangen schreiben kann. Sie können gerne mein Forum für Ihr Kind nehmen, aber HIER finden Sie auch noch weitere Möglichkeiten.Auf der Seite "Was in einem Trans - Kind vor sich geht" habe ich mal beschrieben, was halt so in einem Trans - Kind vor sich geht. Von dem Moment an, wo man selber merkt, dass man anders ist, bis zu dem Moment wo man weiss, dass man durchaus die Möglichkeit hat, endlich glücklich zu sein!Ein Teil davon ist aus meinem eigenen Leben und ein Teil aus dem Leben anderer Transsexueller. So oder so ähnlich läuft es jedenfalls bei den meisten Transsexuellen ab.Mag sein, dass es in Ihren "Ohren" alles sehr hart klingt. Aber es ist nichts weiter als die bittere und knallharte Realität eines Trans-Kindes.Ich bin Baujahr 1976 und als ich damals im Grundschulalter gemerkt habe, dass ich anders bin, hatte ich nicht die Möglichkeiten, die die Kids heutzutage haben. Anfang der 1980er Jahre gab es weder Internet noch Bücher oder Zeitschriften über das Thema und auch das TV hat sich noch nicht damit beschäftigt. Das Thema an sich war damals noch Tabu. Ich wurde als Kind gemobbt, weil ich mich nicht so verhalten habe und ich nicht so ausgesehen habe, wie es sich für ein Mädchen gehörte. Erst mit 13 las ich in einer Jugendzeitschrift einen Artikel über einen Transmann und von da an wusste ich, wohin mich mein Weg führen würde. Nur traute ich mich nicht, mit meinen Eltern zu reden. Mein Vater war schon immer einer, der nichts mit "anderssein" anfangen konnte. Meine Mutter war schon immer sehr offen und hat nie ein Blatt vor den Mund genommen. Aber trotzdem dachte ich, sie würde mich nur für verrückt erklären. Freunde hatte ich kaum. Und die, die ich hatte, waren keine so engen Freunde, dass ich mit ihnen darüber gesprochen hätte. Eigentlich sollten Kinder und Jugendliche nicht ihre Kindheit und Jugend damit zubringen grübelnd in ihrem Zimmer zu sitzen. Aber genau das tat ich.Erst in meiner Ausbildungszeit, mit Anfang 20, fand ich den Mut, mich endlich jemandem anzuvertrauen. Und mit dem ersten Outing ist der Knoten geplatzt. Ich habe gemerkt, dass man mich nicht verurteilt, weil ich anders bin. Wie oben schon erwähnt, hat meine Mutter es zwar toleriert, aber sie wollte nicht, dass ich die OP´s machen lasse. Ich solle damit warten, bis sie das zeitliche gesegnet hat. Dummerweise bin ich dann auch noch einen Psychotherapeuten geraten, der keine Ahnung hatte. Ich sollte zuerst einmal Beziehungen mit Lesben eingehen und dann würden wir weitersehen.Eine Zeit war ich damit auch ganz zufrieden. Weil ich von meinen Freundinnen so angenommen wurde, wie ich war.Aber Ende 2006, mit Anfang 30, konnte ich es in meinem Körper nicht länger ertragen und ich sagte meiner Mutter, dass ich den Weg nun gehen werde. Und genau das habe ich dann auch getan!Mein Weg ist zwar noch nicht ganz zu Ende, weil mir noch eine - die entscheidende - OP fehlt, aber im Moment fühle ich mich auch so glücklich.Ihr Kind hat das Glück in einer Zeit aufzuwachsen, in der das Thema Transsexualität kein Tabu mehr ist. Das Internet bietet einige Anlaufstellen und auch gute Informationsseiten, die Ihrem Kind auf seinem Weg eine grosse Hilfe sein können. Die grösste Hürde für Ihr sind SIE! Es ist Ihr Kind! Ihr Fleisch und Blut! Seien Sie einfach für Ihr Kind da! Bieten Sie ihm Ihre Hilfe an, haben Sie ein offenes Ohr und haben Sie Verständnis! Auch wenn Sie sich für Ihr Kind etwas anderes gewünscht haben: Machen Sie gemeinsam das Beste daraus!Ratgeber für Eltern von ATME e.V. - Aktion Transsexualität und Menschenrecht



TM

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